Gemeinwesenarbeit in der Nordstadt 2019/2020

Ausbau und Aktivierung nachbarschaftlicher Unterstützungsnetzwerke
Ausrichtung von Gesellschaftsabenden, Flohmärkten, Handwerkermärkten, Brunches, Wohnzimmerkonzerten
etc.; Ausbau der Werkstatt- und Laborräume für Reparatur- und Bastelmöglichkeiten;

Angebot vielfältig, integrativ und bedarfssensibel ausbauen

Gemeinschaftsabende, Selbsthilfegruppen, Arbeitsgruppen zu gesellschaftlichen Themen stärker
beraten, zur Initiierung ermutigen, aktivieren, Kooperations- und Netzwerkbildung mit
Migrationsorganisationen in der Nordstadt

Vernetzung mit künstlerischen und experimentellen Gruppen und Organisationen mit sozialer
Zielsetzung

Ausbau der organisationellen Coworking-Infrastruktur, gemeinsame Straßen- und
Stadtteilfeste

Angebotsplattform und Netzwerk verstetigen und professionalisieren

Finanzielle Deckung laufender Kosten und Investitionen zum Ausbau solidarischer und kostenfreier
Angebote

Teildeckung der Miete zur kostenfreien Bereitstellung der Räume für soziale, nachhaltige und
integrative Projekte, Bau eines zweiten Fluchtweges und Komplettierung des Inventars zur
Verbesserung der Nutzungsangebotes, Bau einer zweiten Toilette

Personelle Professionalisierung und Verstetigung sowie weitere Stabilisierung administrativer
Aufgaben

Schaffung einer Koordinations- und Management-Stelle (E 8, 25 Std./W.) sowie dreier
450€-Stellen für Öffentliche Kommunikation, Verwaltung/Rechnungswesen und
Raumverwaltung

Weiterentwicklung und Integration der GWA Modelle

Aufbau einer Arbeitsgruppe

Findungstreffen durchführen und Arbeitsgruppe bilden, Teilnahme an
Qualifikationsmaßnamen der Hauptakteure, Regelmäßige Arbeitstermine kommunizieren.
Durchführung und Entwicklung von Modellen
Regelmäßig ein Modell ausarbeiten, praxisnah umsetzen, evaluieren und optimieren. Jeweils ein
wechselndes Thema um ein möglichst breiter Spektrum der Gemeinde aktivieren zu können.

Kommunikation und Transfer der Ergebnisse

Ergebnisse auf der Webseite kommunizieren, Teilnahme an Veranstaltungen zum Thema GWA, Wissen und
Ergebnisse zur Verfügung stellen und anderer Modelle integrieren und nutzen.
.

wasmitherz e.V. bietet Menschen einen Ort, zusammenkommen zu können, um ihre Anliegen durchzusetzen, ihre Interessen zu artikulieren oder selbst in die Hand zu nehmen. Mit unserer Haltung als Ermöglicherinnen unterstützen wir Gruppen oder Einzelpersonen darin, ihre Ideen, Ansprüche und Bedürfnisse durchzusetzen und auch zu verstetigen. Wir bieten nicht nur Räume, sondern umfassende technische wie organisatorische Beratung. Wir verstehen uns weiterhin als Netzwerkerinnen, weil wir die Aktiven mit allen relevanten Institutionen im Stadtteil verbinden.
Mit Multiplikator*innen in allen sozialen Gruppen sind wir fähig, die Bedarfe und Ansprüche zu erforschen. Darüber hinaus sind wir auch proaktiv in der Aktivierung verschiedener sozialer Gruppen im Stadtteil. Durch die Präsenz vor Ort sind wir ansprechbar und Teil des Stadtbildes. Wir versuchen stets mit Interventionen wie Straßenfesten mit anderen sozialen und kulturellen Gruppen in Kontakt zu kommen und sie bei der Planung und Durchführung einzubeziehen. Die Probleme, auf die wir reagieren, sind neben der prekären Mietwohnsituation und der Brüchigkeit des Zusammenhalts auch
Themen wie Nachhaltigkeit, Grundeinkommen und lokale Ökonomie. Wenn sich die klassischen Formen der Erwerbsarbeit ändern, braucht es Orte, an denen neue Formate des Arbeitens und der Organisierung ausprobiert werden können. Genau mit diesem Handeln fördern wir konstant stabiles, wandlungsfähiges und lebendiges soziales Zusammenleben im Quartier.

Was ist Gemeinwesenarbeit?

Grundlegend für die Arbeitsweise von Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement ist ein integrierter sozialräumlicher Ansatz, der die unterschiedlichen Themen gesamthaft betrachtet und aufeinander bezogen bearbeitet. Die hier aufgeführten Bereiche orientieren sich an den inhaltlichen Handlungsfeldern des “Programms Soziale Stadt”.

Wohnen und Wohnumfeld

Städtebauliche und siedlungsstrukturelle Defizite gehören zu den Kernproblemen benachteiligter Stadtteile. Adäquate Maßnahmen umfassen die Sanierung und Modernisierung von Wohnungen und Gebäuden, die Anpassung von Wohnungszuschnitten und -ausstattungen an die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen (Diversifizierung der Angebotsstrukturen) sowie die Aufwertung des Wohnumfeldes mit ihrer zentralen Bedeutung für Wohnzufriedenheit und Lebensqualität vor Ort.

Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur

Beim Handlungsfeld soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur geht es um zielgruppenorientierte, teilweise auch generationsübergreifend und interkulturell angelegte (Beratungs-)Angebote und Einrichtungen, um die Vernetzung der vorhandenen Infrastrukturangebote sowie um die Förderung des freiwilligen sozialen Engagements. Zu den konkreten Strategien gehören die Sanierung und Qualifizierung bestehender Einrichtungen (z.B. Bürgerhäuser, Jugendeinrichtungen, Mehrgenerationenhäuser), der Neubau sozialer Infrastruktur sowie die Überprüfung und ggf. Anpassung von Angeboten bis hin zur ihrer Unterfütterung mit dends notwendigen Ressourcen.

Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen

Für ein besserrs Zusammenleben soll ind Quartieren das eigenständige Stadtteilleben weiter ausgebaut, der Zusammenhalt und das Miteinander der Quartiersbevölkerung gestärkt sowie ein Klima gegenseitiger Akzeptanz und Anerkennung geschaffen werden. Dies geschieht insbesondere mit Angeboten für Begegnung und Kommunikation, Konfliktmanagement und Präventionsarbeit sowie durch die Stabilisierung und den Aufbau nachbarschaftlicher und sozialer Netzwerke.

Schule und Bildung

Bildung gilt als Schlüssel für die Verbesserung von Lebenslagen und -chancen. In benachteiligten Quartieren sind daher Bildungseinrichtungen, wie z.B. Schulen, besonders bedeutsam. Sie sind nicht mehr nur Orte der Wissensvermittlung für Schüler/innen, sondern entwickeln sich zu offenen und quartiersbezogenen Lernorten für die gesamte Quartiersbewohnerschaft. Neuerungen gibt es vor allem in folgenden Bereichen:

Erweiterung des räumlichen und inhaltlichen Angebotsspektrums: u.a. Schulhofumgestaltung, Einrichtung von Schülercafés, Sport- und Kulturangebote, Gesundheitsförderung, Gewalt- und Kriminalprävention,
Kooperation mit Akteuren der Quartiersentwicklung: Quartiersmanagement, (lokale) Betriebe, Jugendhilfe, Polizei etc.,
Austausch zwischen Schulen und (lokalen) Gewerbetreibenden im Rahmen berufs-vorbereitender Praktika, stärkere Einbeziehung von Schulen in quartiersbezogene Netzwerke, Entwicklung von Schulen zu einem quartiersbezogenen Kommunikations- und Begegnungszentrum.

Insgesamt geht es darum, die formale Schulbildung durch eine Vielzahl eher informeller Bildungsmöglichkeiten in die Lebenswelt “vor der Haustür” und auch “in die Stadt hinein” zu ergänzen oder beide miteinander in Einklang zu bringen, wobei auch die Vernetzung von bildungsorientierten Institutionen im Quartier (andere Schulen, Kitas, Volkshochschule etc.) eine zentrale Rolle spielt.

Lokale Ökonomie

Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen sowie damit verbundene Armut und soziale Desintegration bis hin zur Stigmatisierung von meist großen Teilen der Quartiersbevölkerung zählen zu den zentralen Problemen in benachteiligten Stadt- und Ortsteilen. Die hiermit verbundene geringe Kaufkraft der Bewohnerinnen und Bewohner führt in vielen Gebieten zur Erosion der lokalen Geschäfts- und Gewerbestrukturen mit der Folge zurückgehender Versorgungsmöglichkeiten mit Waren und Dienstleistungen. Gleichzeitig schrumpft das Angebot an wohnortnahen Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Vor diesem Hintergrund spielen vor allem Maßnahmen und Projekte eine besondere Rolle, die auf Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung, Qualifizierung, Beschäftigung und die Entwicklung des Gemeinwesens zielen. Im Vordergrund stehen die drei strategischen Bereiche Unternehmensentwicklung und Existenzgründungen, Förderung von Unternehmensgründungen und der ethnischen Ökonomie, Beschäftigung und Qualifizierung sowie Soziale Ökonomie/Gemeinwesenökonomie.

Stadtteilkultur

Maßnahmen zur Verbesserung der Stadtteilkultur sind darauf ausgerichtet, Kultur und Kunst im Quartier zu verankern und Anlässe für eine stärkere Identifikation mit den Gebieten zu schaffen. Auch geht es darum, mit kulturellen Aktionen neue Sichtweisen auf den Stadtteil zu eröffnen. Damit wird das Image verbessert und vor allem in der Quartiersbewohnerschaft eine veränderte Wahrnehmung angeregt.

Sport und Freizeit

Im Rahmen des Handlungsfelds Sport und Freizeit werden nicht-kommerzielle Freizeit- und Sportangebote für alle Bevölkerungsgruppen bzw. zielgruppenorientiert geschaffen und die Bewohnerschaft zur Nutzung dieser Angebote motiviert. Die Veranstaltung von sportlichen und Freizeitevents dient auch der Herstellung von Stadtteilöffentlichkeit. Das Handlungsfeld Sport und Freizeit korrespondiert in hohem Maße mit den Handlungsfeldern Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur, Wohnumfeld und öffentlicher Raum, Stadtteilkultur, Gesundheitsförderung sowie Zusammenleben im Stadtteil.

Gesundheitsförderung

Mit Armut ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko verbunden, weshalb Menschen in benachteiligten Stadtteilen in besonderem Maße betroffen sein können. Der Schwerpunkt von Maßnahmen und Projekten im Handlungsfeld “Gesundheitsförderung” liegt in der Stärkung von Gesundheitsressourcen und -potenzialen. Dabei stehen vier Strategien im Vordergrund:

Einrichtung von Gesundheitshäusern, -läden, -treffs im Quartier (niedrigschwellige Gesundheitsangebote);
Bildung gesundheitsbezogener Netzwerke für den Stadtteil (Krankenkassen, Ärzte, Hebammen, Apotheken, Schulen, Kitas, Sportvereine etc.);
aufsuchende Arbeit zur Gesundheitsförderung im Quartier;
systematische Einbindung und Qualifizierung von Multiplikatoren (unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Ärztinnen und Ärzte).

Umwelt und Verkehr

Im Handlungsfeld Umwelt und Verkehr geht es darum, die in vielen Gebieten festzustellenden Verkehrs- und Umweltbelastungen zu reduzieren (Verkehrsberuhigung, Entsiegelung, Altlastensanierung etc.), Defizite in der Freiraum- bzw. Grün- und Freiflächenausstattung zu beheben (Qualifizierung bzw. Umgestaltung vorhandener Flächen, Schaffung neuer Flächenangebote, Herstellung von Grünzügen etc.), die Mobilität für alle Altersgruppen sicherzustellen und die Grundlagen für ein qualitativ hochwertiges und diversifiziertes Mobilitätsangebot zu schaffen (barrierefreie und sichere Fuß- und Radwegenetze sowie ÖPNV-Angebote, angepasste Parkierungslösungen für Individualverkehr etc.). Dieses Handlungsfeld weist starke Überschneidungen mit anderen Themenfeldern auf.

Imageverbesserung und Öffentlichkeitsarbeit

Bei Imageverbesserung und Öffentlichkeitsarbeit geht es in erster Linie darum, durch den Abbau von Vorurteilen und Informationslücken sowie den gleichzeitigen Aufbau von Kommunikationsnetzen und systematischer Berichterstattung Impulse zur Beteiligung an der Stadtteilentwicklung zu geben, realistische Entwicklungsperspektiven für den Stadtteil zur Diskussion zu stellen und Identifikationsmöglichkeiten mit den Quartieren zu schaffen. Ein Ansatzpunkt dabei ist, die Diskrepanz zwischen differenzierterem Innenimage und teilweise vorurteilsbehaftetem Außenimage in positiver Richtung auszugleichen. Im Zentrum stehen Strategien zur Förderung der Stadtteilöffentlichkeit, umsetzungsbezogene Informations- und Beteiligungsstrategien und die Förderung einer positiven Präsenz in den Medien